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Ernst Zander-Preis 2026

Am 12.6.2026 wurde der Ernst Zander-Preis 2026 vergeben. Durch diesen von Herrn Prof. Dr. Ernst Zander vor mehr als dreißig Jahren gestifteten Preis werden alljährlich herausragende wissenschaftliche Leistungen (vorrangig Dissertationen) aus allen Fakultäten der Ruhr-Universität, insbesondere aus den Fakultäten für Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft und Ingenieurwissenschaft ausgezeichnet. Die Auswahl der preiswürdigen Arbeiten erfolgt – auf Vorschlag des Instituts für Unternehmensführung (ifu) der Ruhr-Universität Bochum – durch den Vorstand der Alwin Reemtsma-Stiftung, dem u.a. der Kanzler der Ruhr-Universität angehört.

In diesem Jahr wurde Herr Dr. Arne Voßmann ausgezeichnet („Seller retention through earnout agreements: Tension between value creation and opportunism“, Betreuer: Prof. Dr. Thorsten Knauer).

Herr Dr. Voßmann war von Ende 2021 bis Ende 2024 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Controlling von Herrn Prof. Dr. Thorsten Knauer tätig. Seit Anfang 2025 arbeitet Herr Dr. Voßmann im Beteiligungscontrolling der PHW-Gruppe, einem Unternehmensverbund mit den Geschäftsfeldern Geflügel, alternative Proteinquellen und Gesundheit.

Die Preisverleihung wurde von Herrn WP/StB André Bedenbecker, Partner bei Deloitte und Standortleiter in Düsseldorf für den Bereich Audit Industry und nationaler Audit Leader für den Sektor Industrial Products & Services, vorgenommen.

Das Foto v.l.n.r. Herrn Prof. Dr. Heiko Müller, den geschäftsführenden wissenschaftlichen Direktor des Instituts, Herrn Dr. Arne Voßmann sowie den ifu-Geschäftsführer Herrn Dr. Martin Seidler.
© ifu, Patir

Seller retention through earnout agreements: Tension between value creation and opportunism

Earn-out-Klauseln knüpfen bei Unternehmensfusionen und -übernahmen (M&A) einen Teil des Kaufpreises an die zukünftige Performance des Zielunternehmens. Sie können so Bewertungsdifferenzen zwischen den Verhandlungsparteien überbrücken, die aus unterschiedlichen Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Performance des Zielunternehmens resultieren. Zusätzlich können Earn-out-Klauseln eingesetzt werden, um verkaufende geschäftsführende Gesellschafter zu motivieren, dem Zielunternehmen auch nach dem Verkauf erhalten zu bleiben. Durch die Knüpfung des Kaufpreises an die zukünftige Performance schaffen Earn-outs starke finanzielle Anreize für die Verkäufer, auch nach der Transaktion im Zielunternehmen tätig zu sein und ihr unternehmensspezifisches Wissen zur Steigerung der Performance einzubringen. Auf diese Weise bleibt dem Käuferunternehmen das wertvolle unternehmensspezifische Humankapital erhalten, das geschäftsführende Gesellschafter in der Regel verkörpern.

Die Bindung der Verkäufer durch Earn-out-Klauseln kann daher zur Wertsteigerung durch M&A-Transaktionen beitragen. Die starken finanziellen Anreize der Earn-out-Zahlungen können jedoch auch dazu führen, dass die Verkäufer die zugrunde liegenden Earn-out-Ziele um jeden Preis erreichen wollen. Dies kann die Verkäufer dazu verleiten, Maßnahmen zu ergreifen, von denen sie selbst profitieren, die jedoch nicht im Interesse des Käuferunternehmens liegen. Herr Dr. Voßmann untersucht dieses Spannungsfeld zwischen Wertsteigerung und Opportunismus anhand von sieben Beiträgen. Die ersten beiden Beiträge widmen sich der Wertsteigerung in M&A-Transaktionen allgemein, bevor der dritte Beitrag deskriptiv die Unterscheidung aufgreift, ob der Verkäufer auch nach dem Verkauf weiter im Zielunternehmen verbleibt. Die Beiträge vier bis sechs bilden den empirischen Kern der Arbeit. Sie untersuchen einerseits opportunistisches Verhalten und andererseits die Wertsteigerung durch die Bindung des Verkäufers. Der siebte Beitrag schließt die Analyse mit praxisorientierten Empfehlungen zur Ausgestaltung von Earn-out-Klauseln ab.

Die Ergebnisse der sieben Beiträge zeigen, dass der Einsatz von Earn-outs zur Bindung verkaufender geschäftsführender Gesellschafter tatsächlich ein Spannungsfeld zwischen Wertsteigerung und opportunistischem Verhalten erzeugt. Zudem wird deutlich, dass zahlreiche Aspekte, wie die Ausgestaltung der Earn-out-Komponenten, die Übernahmeprämie, der Einsatz von Earnings Management sowie die Performance des Zielunternehmens, von der Kontrolle des Zielunternehmens nach dem Closing abhängen. Die Ergebnisse tragen zum Verständnis von Earn-out-Klauseln und der mit ihrem Einsatz verbundenen Intentionen bei und bieten Einblicke für Praktiker sowie Ergänzungen zur bestehenden Literatur.