FAACT-Pellens-Preis 2026
Am 12.6.2026 wurde im Rahmen der Absolventenfeier der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum der FAACT-Pellens-Preis 2026 vergeben. Durch diesen von Herrn Prof. Dr. Bernhard Pellens durch Gründung der Bernhard Pellens-Stiftung Ende 2019 ins Leben gerufenen Preis werden herausragende Masterarbeiten und Dissertationen im Bereich Controlling, Rechnungslegung, Abschlussprüfung, Steuerlehre oder Unternehmensfinanzierung ausgezeichnet, die sich in Problemstellung und Ergebnis durch eine hohe Praxisrelevanz auszeichnen. Der Preis ist geöffnet für Studierende der Ruhr-Universität Bochum und Studierende anderer Universitäten, wenn sie von Universitätsprofessor/innen betreut wurden, die am Institut für Unternehmensführung akademisch ausgebildet wurden.
Die Auswahl der auszuzeichnenden Arbeit erfolgt – auf Vorschlag des Instituts für Unternehmensführung (ifu) der Ruhr-Universität Bochum – durch den Vorstand der Alwin Reemtsma-Stiftung, dem u.a. der Kanzler der Ruhr-Universität angehört.
Den FAACT-Pellens-Preis erhält in diesem Jahr Herr Martin Schierhoff für seine herausragende Masterarbeit zum Thema „The Valuation Effect of the Capitalization of Intangible Assets: An Empirical Analysis of U.S. Firms“, die von Herrn Prof. Dr. Nils Crasselt, Inhaber des Lehrstuhls für Controlling an der Bergischen Universität Wuppertal, betreut wurde.
Nach seinem Masterabschluss an der Bergischen Universität Wuppertal (Master of Science Finanzen, Wirtschaftsprüfung, Controlling und Steuern) im Oktober 2025 ist Herr Schierhoff seit November 2025 bei Deloitte im M&A-Bereich als Consultant tätig.
Die Preisverleihung wurde von Herrn WP/StB André Bedenbecker, Partner bei Deloitte und Standortleiter in Düsseldorf für den Bereich Audit Industry und nationaler Audit Leader für den Sektor Industrial Products & Services, vorgenommen.
Das Foto zeigt v.l.n.r. Herrn Prof. Dr. Heiko Müller, Herrn Martin Schierhoff sowie Herrn Prof. Dr. Nils Crasselt, den Betreuer der Arbeit.
© ifu, Patir
The Valuation Effect of the Capitalization of Intangible Assets: An Empirical Analysis of U.S. Firms
Immaterielle Vermögenswerte wie Forschung und Entwicklung, Marken, Software oder organisatorisches Know-how haben in den vergangenen Jahrzehnten erheblich an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig bildet die Finanzberichterstattung diese Werte nur teilweise ab. Insbesondere unter den Rechnungslegungsgrundsätzen der USA (US-GAAP) werden viele von Unternehmen intern geschaffene immaterielle Vermögenswerte nicht kapitalisiert und tauchen somit nicht als Vermögenswerte in der Bilanz auf, sondern werden sofort als Aufwand verbucht. Dadurch entsteht eine zunehmende Diskrepanz zwischen den bilanzierten Buchwerten von Unternehmen und ihren Marktwerten.
Vor diesem Hintergrund untersucht Herr Schierhoff in seiner Masterarbeit den Einfluss sowohl kapitalisierter als auch erfolgswirksam erfasster immaterieller Investitionen auf Bewertungskennzahlen und Aktienrenditen von US-Unternehmen. Ziel der Arbeit ist es zu analysieren, in welchem Umfang Kapitalmärkte Informationen über immaterielle Investitionen in ihre Bewertungen einbeziehen und welche Rolle unterschiedliche Formen immaterieller Vermögenswerte dabei spielen.
Die empirische Analyse basiert auf einem umfangreichen Paneldatensatz von 10.766 börsennotierten US-Unternehmen mit insgesamt über 535.000 Beobachtungen im Zeitraum von 1989 bis 2025. Zur Messung der immateriellen Investitionen werden sowohl aufwandsbasierte Kennzahlen (Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sowie Vertriebsgemeinkosten) als auch bilanzierte immaterielle Vermögenswerte wie Goodwill und identifizierbare immaterielle Vermögenswerte berücksichtigt. Mittels Regressionsanalysen wird untersucht, wie diese Größen mit klassischen Bewertungskennzahlen und Aktienrenditen zusammenhängen. Mehrere Robustheitsanalysen untersuchen dabei zusätzliche Dimensionen, wie etwa unterschiedliche Branchen, Zeitperioden und Unternehmensgrößen.
Die Ergebnisse zeigen, dass immaterielle Investitionen eine wichtige Rolle für die Bewertung von Unternehmen spielen. Dabei weisen insbesondere Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen einen deutlichen positiven Zusammenhang mit Bewertungskennzahlen auf und werden von den Kapitalmärkten als Indikator zukünftiger Wachstumschancen interpretiert, während andere Formen immaterieller Investitionen ebenfalls zur Erklärung von Bewertungsunterschieden zwischen Unternehmen beitragen.
Die Arbeit verdeutlicht, dass immaterielle Vermögenswerte eine zentrale Rolle für moderne Unternehmensbewertungen spielen, gleichzeitig jedoch durch bestehende Rechnungslegungsvorschriften nur unvollständig in den Finanzberichten abgebildet werden. Die Ergebnisse liefern daher wichtige Erkenntnisse sowohl für Investoren als auch für die wissenschaftliche und regulatorische Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung der Rechnungslegung für immaterielle Vermögenswerte.

